Musiktherapie Indikationen Methoden Menschenbild Aktuell

Über Musiktherapie


Für die Musiktherapie sind keine musikalischen Vorkenntnisse notwendig. Gustav Mahler hat bereits gesagt: „Die beste Musik steht nicht in den Noten.“

Musiktherapie ist eine psychodynamisch ausgerichtete Therapieform mit entwicklungs- und erlebnisorientiertem Ansatz. Dabei wird Musik im therapeutischen Prozess gezielt als Kommunikations- und Ausdrucksmittel eingesetzt. So können Gefühle, körperliche Befindlichkeiten oder belastende Themen ohne Worte ausgedrückt, gestaltet und gewandelt werden. Musik kann dadurch auch eine Kommunikation für jene Menschen ermöglichen, bei denen die verbale Ausdrucksfähigkeit erschwert oder blockiert ist.
Es steht ein breites Instrumentarium zur Verfügung.

Musiktherapie ist eine eigenständige Therapieform und wird an Schulen, an heilpädagogischen Institutionen, Spitälern, Rehabilitationszentren, psychiatrischen Kliniken oder in privaten Praxen angeboten. Die Musiktherapie ist von der Charta der Psychotherapie anerkannt. Der Schweizerische Fachverband für Musiktherapie (SFMT) bezweckt die Förderung und Weiterentwicklung der Musiktherapie. Weitere Infos dazu unter: www.musictherapy.ch


Indikationen

-Als Musiktherapeutin arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen und erwachsenen Menschen. Die Beweggründe für einen Therapiebeginn sind sehr unterschiedlich und werden in einem Vorgespräch gemeinsam erörtert.


Musiktherapie eigneten sich für Kinder- und Jugendliche, die

- unter belastender Schüchternheit und Blockaden leiden
- in schwierigen Lebenssituationen sind: Ausdruck davon sind beispielsweise Schulverweigerung, Lernschwierigkeiten, geringes Selbstvertrauen, Schüchternheit, grosse Unruhe und Unkonzentriertheit, Konflikte zwischen Geschwistern oder im schulischen Umfeld
- unter Druck leiden und unter hohen Ansprüchen stehen
- ein Schock oder ein Trauma erlebt haben
- Kommunikationsschwierigkeiten haben
- ihren Selbstausstruck stärken und Selbstvertrauen gewinnen wollen
- eine Behinderung oder Entwicklungsverzögerungen haben
- eine Krankheit haben
- agressives oder depressives Verhalten zeigen
- ihre Kreativität entfalten wollen, eigene Ressourcen entdecken wollen
- ...

Die genaue Zielsetzung wird nach einer Schnupperstunde und einem Vorgespräch gemeinsam mit den Eltern und/oder anderen Bezugspersonen konkret angeschaut.

Methoden der Musiktherapie

In der Musiktherapie wird der Begriff Musik im weitesten Sinne betrachtet. Dazu gehören Geräusche, stimmliche Ausdrücke, improvisierte Musik, komponierte Musik wie auch die Stille.

- Improvisation auf diversen Instrumenten, nach freier Wahl
- Arbeit mit Liedern: Lieder singen, erfinden, komponieren, gestalten
- Spiele und Rollenspiele: Szenisch-musikalische Umsetzung von Erlebnissen, Eindrücken und Geschichten
- körperzentrierte Musikspiele: Körperwahrnehmung über Musik, Entspannung, Bewegung und Tanz
- imaginatives Musikerleben: Fokus auf innere Bilder oder Assoziationen zu Musik
- Stille: Zur Ruhe kommen, innehalten

Wo es möglich und sinnvoll ist, wird das musikalische Geschehen anschliessend im Gespräch reflektiert.

Durch die diversen musiktherapeutische Methoden kann vieles verarbeitet werden, auch bei Menschen mit erschwerter oder blockierter verbaler Ausdrucksfähigkeit.
Kinder kombinieren Musik und Spiel auf ganz natürliche Weise. Dafür stehen Puppen, Spielmaterialien, Schaukeln, Matten, Tücher, und vieles mehr zur Verfügung.


Menschenbild

Was mich fasziniert am Beruf der Musiktherapeutin ist die Suche nach dem innersten Wesen jedes Menschen. Wer verbirgt sich hinter "mühsamem" oder "aggressivem" Verhalten? Hinter der Mauer des Schweigens? Hinter der Verweigerung? Was hast dieser Mensch erlebt? Was fühlt er? Womit hadert er?

Es ist sehr wichtig für mich, dem Kind oder Jugendlichen in der Musiktherapie einen offenen und druckfreien Raum zu geben, in dem es möglich wird, den (Leistungs-)druck des Alltags abzulegen. Der druckfreie Zugang ermöglicht dem Klienten einen Zugang zu sich selbst. Persönliche Ressourcen und Fähigkeiten des Klienten versuche ich zu stärken und Selbstvertrauen aufzubauen. Mein therapeutischer Hintergrund ist die Gestalttherapie. Auf der Grundlage einer wertschätzenden therapeutischen Beziehung begleite ich den Klienten, um seine Themen auszudrücken, zu wandeln und zu integrieren.

Ich wertschätze das Kind oder den Jugendlichen und sehe den Menschen ungeachtet seines Alters, Entwicklungsstandes, seiner Behinderung, Lebenssituation oder Kommunikationsmöglichkeit als vollwertigen Menschen mit eigenem Wille und Recht auf Selbstausdruck.

Aktuell

Referate

Auf Anfrage mache ich Referate über Musiktherapie. Beispielsweise in Institutionen, für Mitarbeitende aus erzieherischen, pädagogischen, therapeutischen oder pflegerischen Berufen. Fallbeispiele mit Film oder Tonaufnahmen veranschaulichen einen möglichen Therapieverlauf. Bei Interesse kontaktieren sie mich gerne hier. (Kontakt)

 

Schweizerischer Arbeitskreis für Musiktherapie in der Heilpädagogik

Dem Arbeitskreis haben sich inzwischen Musiktherapeutinnen aus der ganzen Schweiz angeschlossen. Er dient zur Vernetzung und Weiterbildung. Treffen finden zweimal jährlich in einer jeweils andern Institution statt. Information für das nächste Treffen finden sie hier (http://www.musictherapy.ch/veranstaltungen/arbeitskreise/).

 

Kurse

Träume und Musik
„Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, wie wir meinen.“
Friedrich Hebbel

Träume bringen Informationen und Bilder aus unserem Unterbewusstsein ins Bewusstsein. Manchmal erscheinen uns die nächtlichen Träume rätselhaft, belustigend oder gar bedrohlich. In diesem Kurs lernen wir Techniken kennen, unsere eigenen Traumbilder wahrzunehmen. Wir fokussieren uns auf verschieden Aspekte des Traumes und befassen uns mit der Symbolik der Trauminhalte. Im Kurs setzen wir Träume musikalisch um und gestalten sie. Dabei erfahren wir mehr über deren Aussagekraft. Es steht ein breites Instrumentarium zur Verfügung. Es sind jedoch keine musikalischen Vorkenntnisse nötig und man muss kein Instrument spielen können.
Über die Durchführung des Kurses informieren sie sich über das Kursprogramm der MS Zug.